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Versicherungsrecht

Nahezu jeder Bundesb√ľrger und jedes Unternehmen hat zur Absicherung der verschiedenen Lebens ¬†‚Äď und Schadensrisiken verschiedene Versicherungsvertr√§ge abgeschlossen.

Die Versicherungswirtschaft bearbeite jährlich weit mehr als  50 Millionen Schadenfälle in allen Versicherungssparten.

Dabei erfolgt die Bearbeitung in etlichen F√§llen nicht zur Zufriedenheit ihrer Vertragspartner ‚Äď den Versicherungsnehmern.

Sei es, dass die erforderlichen Entsch√§digungszahlungen durch permanente Abz√ľge bis zur √úberschreitung der ‚ÄěSchmerzgrenze‚Äú¬† durchgef√ľhrt werden, oder

es erfolgt gar eine Ablehnung des Versicherungsschutzes wegen angeblich nicht gedeckter Risiken, der Verletzung der vertraglichen Obliegenheiten vor und nach Eintritt des Versicherungsfalles.

Diese Versicherungsschutzversagungen sind auch nach dem Inkrafttreten des neuen Versicherungsvertragsgesetzes f√ľr den Versicherungsnehmer nicht ungef√§hrlich.

Allerdings ist nach neuem Recht das Prinzip ‚Äě Alles oder Nichts‚Äú aufgehoben worden. Dieses Prinzip gilt nur noch f√ľr Altf√§lle, also von Versicherungsf√§llen , welche sich vor dem Jahre 2009 ereignet hatten.

Wird dem Versicherungsnehmer vorgeworfen, den Versicherungsfall grob fahrl√§ssig herbeigef√ľhrt zu haben, so ist jetzt der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einer der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verh√§ltnis zu k√ľrzen.

Dabei ist ein Streitpotential bereits jetzt zu Einzelfragen der Leistungsk√ľrzung entbrannt.

In der Diskussion¬† sind pauschale Quoten f√ľr die Leistungsk√ľrzung des Versicherers, etwa 25 Prozent, 50 Prozent oder 75 Prozent, je nach dem Schweregrad der ¬†groben Fahrl√§ssigkeit des Versicherungsnehmers. Solche Pauschalen verfehlen jedoch die vom Gesetz vorgesehene Einzelfallgerechtigkeit.

¬†Etliche Versicherer haben inzwischen in ihren AKB¬† auf den Einwand der groben Fahrl√§ssigkeit verzichtet. Jedoch ist von diesem Verzicht regelm√§√üig ¬†ausgenommen die grob fahrl√§ssige Erm√∂glichung des Diebstahls des Fahrzeuges und die Herbeif√ľhrung¬† des Versicherungsfalls durch Alkohol oder anderer berauschender Mittel.

Sehr häufig ist nach einem Schadenfall der erste Ansprechpartner der Versicherungsvertreter oder die Versicherungsgesellschaft. Das ist prinzipiell richtig und die Einhaltung von Obliegenheiten nach Eintritt des Versicherungsfalles erfordert dies sogar.

Aber im Streitfall kann auch der freundlichste  Versicherungsvertreter nicht mehr weiterhelfen, da er sich klar in einer Interessenkollision befindet.

Deshalb suchen Sie so schnell wie möglich nach einem Schadenfall qualifizierte anwaltliche Beratung, wenn möglich noch vor Ausfertigung der Schadenmeldung an den Versicherer.

Der Kanzleiinhaber ist f√ľr Sie zun√§chst telefonisch auch an den Wochenenden bei Notf√§llen erreichbar.

¬†In nicht wenigen Streitf√§llen ist die Frage nach einem m√∂glichen Beratungsfehler des Versicherungsvertreters zu kl√§ren. Das betrifft zudem die F√§lle, wo vom Versicherungsnehmer gewollte Risikoeinschl√ľsse in den Vertragsgespr√§chen mit dem Versicherungsvertreter besprochen und gefordert und von diesem auch zugesagt worden sind. Im Schadenfall beruft sich dann pl√∂tzlich der Versicherer auf vertragliche Ausschl√ľsse dieser Risiken.